Mutter-Kind-Pass

Das seit 1974 bestehende Vorsorgeprogramm sieht neben den 5 Mutter-Kind-Pass Untersuchungen auch zeitlich definierte Untersuchungen des Kindes bis zum 14. Lebensmonat vor. Die im Mutter-Kind-Pass vorgesehenen Untersuchungen dienen der Früherkennung und rechtzeitigen Behandlung von Schwangerschaftskomplikationen und zur Kontrolle des Entwicklungsstandes des Kindes.

Die Mutter-Kind-Pass Untersuchungen sind gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben, aber der Bezug des vollen Kinderbetreuungsgeldes (www.help.gv.at) ab dem 25., 17., bzw. 13. Lebensmonat des Kindes (je nach Variante) ist an den lückenlosen Nachweis der ersten zehn vorgesehenen Untersuchungen gekoppelt.

 

Diese wichtigen Untersuchungen werden in unserer Ordination durchgeführt:

 

1. Mutter-Kind-Pass Untersuchung (7.-11.SSW):


  • Errechnung des vorraussichtlichen Entbindungstermins
  • Ausstellung des Mutter-Kind-Passes
  • Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung mit Krebsabstrich (PAP-Test), Sekretbefundung und vaginalem Tastbefund
  • Kontrolle von Blutdruck, Harn und Gewicht
  • 1. vorgeschriebene Blutabnahme
  • Terminvereinbarung bzw. Überweisung zum Combined Test/Nackentransparenz
  • Ausstellung der Schwangerschaftsbestätigung

 

2. Mutter-Kind-Pass Untersuchung (15.-22.SSW):


  • Ultraschall
  • Kontrolle von Blutdruck, Harn und Gewicht
  • Vaginaler Tastbefund, ggf. vaginaler Ultraschall
  • Überweisung zum Organscreening

 

3. Mutter-Kind-Pass Untersuchung (25.-28.SSW):


  • Ultraschall (auf Wunsch)
  • Kontrolle von Blutdruck, Harn und Gewicht
  • 2. vorgeschriebene Blutabnahme
  • Vaginaler Tastbefund, ggf. vaginaler Ultraschall
  • Ausstellung der Karenzbestätigung

 

4. Mutter-Kind-Pass Untersuchung (30.-34.SSW):


  • Ultraschall
  • Kontrolle von Blutdruck, Harn und Gewicht
  • Vaginaler Tastbefund, ggf. vaginaler Ultraschall 
  • ß-Streptokokken Abstrich 

 

5. Mutter-Kind-Pass Untersuchung (35.-38.SSW):


  • Ultraschall (auf Wunsch)
  • Kontrolle von Blutdruck, Harn und Gewicht
  • Vaginaler Tastbefund
  • Feststellung der Kindeslage

 

Combined Test:
Der Test besteht aus einer genauen Ultraschalluntersuchung des Feten, bei der die Dicke der Nackenfalte gemessen wird, und einer Blutabnahme, bei der 2 Hormone (PAPP-A und freies ß-hCG) bestimmt werden. Aus der Kombination dieser Ergebnisse wird dann die Wahrscheinlichkeit bestimmter chromosomaler Störungen berechnet (vor allem Trisomie 21). Der Combined Test kann Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob Sie bei erhöhtem Risiko für eine chromosomale Störung noch eine Plazenta- oder Fruchtwasserpunktion machen möchten. Der Combined Test hat eine Entdeckungsrate für chromosomale Störungen von ca. 90-95%; allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass der Test lediglich eine Wahrscheinlichkeit einer chromosomalen Erkrankung berechnen kann. Der einzige Weg eine Chromosomenstörung mit Sicherheit zu diagnostizieren, ist eine Punktion des Mutterkuchens (Plazenta-oder Chorionzottenbiopsie) oder des Fruchtwassers (Amniocentese).

Organscreening: Das Organscreening wird zwischen der 20.-24.SSW durchgeführt. Es beinhaltet eine detaillierte Ultraschalluntersuchung des Kindes, bei der alle wichtigen Organe, sowie das Gesicht, der Kopf, die Wirbelsäule, die Bauchwand und die Extremitäten beurteilt werden. Besonderes Augenmerk wird auf die Beurteilung des fetalen Herzens und Gehirns geworfen. Auf diese Weise können ~90% aller strukturellen Fehlbildungen an Knochen und Organen erkannt werden. Aber auch bei guter Gerätequalität, größter Sorgfalt, Erfahrung und Spezialisierung des Untersuchers kann nicht erwartet werden, dass alle Fehlbildungen und Erkrankungen erkannt werden.
Es ist möglich, dass kleinere Defekte unerkannt bleiben, wie z.B. ein Loch in der Herzwand, eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, kleinere Defekte im Bereich der Wirbelsäule sowie Finger- und Zehenfehlbildungen, um nur einige Beispiele anzuführen.

 
Falls Sie diese Untersuchung durchführen lassen möchten, überweisen wir Sie gerne an Spezialisten für Pränataldiagnostik.