Verhütung

Ein zuverlässiger Schutz vor ungewollter Schwangerschaft ist mit einer Vielzahl moderner Methoden möglich. Zu den beliebtesten und am häufigsten angewandten Methoden zählen neben der Pille auch die Spirale (Kupfer- und Hormonspirale). Wir beraten Sie gerne über diese und andere Möglichkeiten, wie u. a. das Verhütungspflaster, das Hormonimplantat, die 3-Monats-Spritze, den Vaginalring oder auch, falls die Kinderplanung bereits abgeschlossen ist, die Eileiterdurchtrennung (Sterilisation).
 
 

Die Pille


Wirkungsmechanismus: Unterdrückung des Eisprungs
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,2-0,5)
Vorteil: Gute Verträglichkeit, keine unmittelbare Anwendung vor dem Verkehr, Besserung von Zyklusbeschwerden, Abschwächung der Monatsblutung, Verbesserung des Hautbildes bei bestehender Akne, Möglichkeit der Blutungsverschiebung, rasche Absetzbarkeit bei Kinderwunsch, Senkung des Eierstockkrebsrisikos
Nachteil: Tägliche Einnahme erforderlich, Möglichkeit von unerwünschten Wirkungen, wie z.B. Übelkeit, Brustspannen, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen oder Zyklusstörungen (besonders in den ersten drei Anwendungsmonaten), keine Eignung für starke Raucherinnen, Erhöhung des Thrombose- Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos, keine Wirkung bei Durchfall oder Erbrechen

 

Die Minipille neu (Cerazette)


Wirkungsmechanismus: Unterdrückung des Eisprungs
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,1-1)
Vorteil: Eignung für Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko und stillende Mütter
Nachteil: Tägliche Einnahme erforderlich, gehäuftes Auftreten von Zwischenblutungen

 

Das Verhütungspflaster


Wirkungsmechanismus: Unterdrückung des Eisprungs
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,6-1,3)
Vorteil: keine tägliche Einnahme erforderlich, rasche Absetzbarkeit bei Kinderwunsch, Wirkungsunabhängigkeit von Magen-Darm-Problemen (im Gegensatz zur Pille)
Nachteil: Sichtbarkeit, Hautreizungen, gelegentlich Ablösen bei häufigem Kontakt mit Wasser, andere Nachteile wie bei der Pille

 

Die Kupferspirale


Wirkungsmechanismus: Verhinderung der Einnistung der befruchteten Eizelle
Sicherheit: hoch (Pearl Index: 0,5-2,7)
Vorteil: keine Hormonbelastung, Langzeitverhütung (Liegedauer bis 3 Jahre), Eignung für stillende Mütter, rasche Absetzbarkeit bei Kinderwunsch
Nachteil: Gelegentliche Abstoßreaktionen, Verstärkung der Regelblutung, leicht erhöhte Infektionsgefahr

 

Die Hormonspirale


Wirkungsmechanismus: Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals, Verminderung des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut und Funktionshemmung der Spermien
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,1-0,7)
Vorteil: nur geringe lokale Hormonbelastung, Langzeitverhütung (Liegedauer bis 5 Jahre), rasche Absetzbarkeit bei Kinderwunsch, günstige Beeinflussung der Monatsblutung (jede 5.Anwenderin hat nach einem Jahr keine Blutung mehr), Eignung für stillende Mütter
Nachteil: Zwischenblutungen (vor allem in den ersten 3-6 Monaten), leicht vermehrtes Auftreten von Eierstockzysten

 

Die 3 Monats-Spritze


Wirkungsmechanismus: Verhinderung der Befruchtung, teilweise Unterdrückung des Eisprungs
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,3-1,4)
Vorteil: keine tägliche Anwendung erforderlich, Eignung für stillende Mütter und Frauen, die unter zyklischen Migräneanfällen leiden
Nachteil: Zwischenblutungen (vor allem in den ersten 3-6 Monaten), Veränderungen des Körpergewichts, keine rasche Absetzbarkeit bei Kinderwunsch, Verminderung der Knochendichte

 

Der Vaginalring


Wirkungsmechanismus: Unterdrückung des Eisprungs
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,4-1,7)
Vorteil: keine tägliche Anwendung erforderlich, geringe lokale Hormonbelastung, rasche Absetzbarkeit bei Kinderwunsch, Wirkungsunabhängigkeit von Magen-Darm-Problemen
Nachteil: Fremdkörper-Gefühl möglich, juckende Scheidenhautentzündung und unerwünschte Nebenwirkungen wie bei der Pille möglich

 

Das Hormonimplantat


Wirkungsmechanismus: Unterdrückung des Eisprungs
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,1)
Vorteil: Langzeitverhütung (Liegedauer bis 3 Jahre), rasche Absetzbarkeit bei Kinderwunsch
Nachteil: Schmierblutungen, „Verrutschen" in tiefere Gewebsschichten möglich (dann Entfernung nur durch operativen Eingriff), Fremdkörpergefühl an der Innenseite des Oberarms

 

Die operative Eileiterdurchtrennung (Sterilisation)


Wirkungsmechanismus: Verhinderung der Befruchtung durch Eileiterdurchtrennung
Sicherheit: sehr hoch (Pearl Index: 0,1-0,4)
Vorteil: keine Hormonbelastung, Langzeitverhütung bei abgeschlossenem Kinderwunsch
Nachteil: irreversibel, Operations- und Narkoserisiko

 

Pearl Index: Mit dem Pearl-Index, benannt nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl (1879-1940), wird die Zuverlässigkeit von Methoden der Empfängnisverhütung gemessen. Der Pearl-Index gibt an, wie viele Schwangerschaften eintreten, wenn 100 sexuell aktive Frauen ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode nutzen. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist also die Methode.